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Promega GmbH 

Workshop „High-Tech BioTech“  für Journalisten

 

Über den Einsatz von High-Tech in der Biotechnologie konnten sich Journalisten am 9. und 10. Mai an Bord des Hamburger Museumsschiffs RICKMER RICKMERS informieren. Die Funktionsweise biomolekularer Nanomaschinen (Prof. Dr. Helmut Grubmüller, MPI Göttingen) war ebenso Thema des Presse-Workshops wie maßgeschneiderte Waffen im Kampf gegen Krankheiten oder biologische Testsysteme und deren Anwendung im Hochdurchsatzscreening (Dr. Dirk Ullmann, Evotec AG).

Optimismus für den Standort Deutschland

Im Anschluss an ihre Vorträge diskutierten Dr. Claudia Gutjahr-Löser (MorphoSys AG), Dr. Guido Krupp (AmpTech GmbH) und Dr. Dirk Seegert (CONARIS Research Institute AG) mit Dr. Anette Schwenzer (Promega GmbH) in einer Podiumsdiskussion die größten Chancen sowie die Zukunftsprognosen für den Forschungsstandort Deutschland.

Dr. Guido Krupp, Dr. Dirk Seegert und  Dr. Claudia Gutjahr-Löser

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion diskutierten zunächst auf Grundlage der Ergebnisse des jüngsten Ernst & Young-Reports die Thematik der Finanzierung innerhalb der Biotech-Branche. Einhellig wurden die im Report dargelegten Finanzierungslücken, insbesondere im Venture Capital-Bereich, bestätigt. Die Investitionsbereitschaft der Venture Capital-Unternehmen sei zurückhaltend, insbesondere im Hinblick auf eine zweite Finanzierungsrunde. Eindringlich warben die Teilnehmer für verstärkte private und öffentliche Geldzuschüsse. Öffentliche Förderprogramme seien dringend notwendig, um der Branche weitere Wachstumschancen zu bieten und wissenschaftliches Potential in Deutschland zu halten. Die Rahmenbedingungen in anderen Ländern, insbesondere den USA, seien weit attraktiver für Wissenschaftler. Die positiven Entwicklungen innerhalb der Branche müssten verstärkt und weiter gefördert werden, um dem deutschen Standort zu mehr Attraktivität zu verhelfen.

Die Diskussion entwickelte sich hin zum Thema Auslandsflucht deutscher Wissenschaftler. Der Situation, dass viele hochkarätige Wissenschaftler eine Forschungsarbeit im Ausland bevorzugen, räumten alle Diskussionsteilnehmer großen Handlungsbedarf ein. Viele Wissenschaftler seien bei verbesserten Bedingungen gerne bereit, nach Deutschland zurückzukehren bzw. in Deutschland zu bleiben. Einhellig war die Meinung, dass insbesondere Postdoktoranden stärker gefördert werden und Fördergelder flexibler einsetzbar sein müssten. Es müsse ein Umdenken von Einzelinitiativen zu mehr Flexibilität und Eigenverständnis geschaffen werden. Projekte wie BioRegio wurden hierbei lobend erwähnt.

Vehement wiesen die Diskussionsteilnehmer anschließend auf die Notwendigkeit hin, eine stärkere Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schaffen. Es sei eine leidvolle Erfahrung vieler Wissenschaftler, bei einer Firmengrünung mit den betriebswirtschaftlichen Anforderungen und Aufgaben überfordert zu sein. Wissenschaftler müssten bereits in ihrer Ausbildung mit grundlegenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen ausgerüstet werden, um im Zweifelsfall diesen Anforderungen gewachsen zu sein. Darüber hinaus sollte die Fähigkeit von Wissenschaftlern gefördert werden, sich selbst und ihre Forschungsarbeiten öffentlichkeitswirksamer darstellen zu können. Klar sei jedoch, dass ein Wissenschaftler, der selbst aktiv weiter forschen wolle, schwerlich parallel den Posten eines Geschäftsführers übernehmen könne.

Als Zukunftsfelder für den Forschungsstandort Deutschland wurden biologische Therapeutika, chimäre Proteine, die RNAi-Therapie, aber auch die Weiße Biotechnologie oder die Disziplin Nutrigenomics genannt. Alle Teilnehmer waren sich einig darüber, dass die Verfeinerung diagnostischer Verfahren eine ethische Diskussion in Richtung „gläserner Patient“ unumgänglich mache. Chancen und Risiken müssten gegeneinander abgewogen und das Mitspracherecht der Patienten klar definiert werden. Nach Meinung der Diskussionsteilnehmer – und insbesondere auch der Journalisten – bergen CHIP-Technologien Gefahren, die ein ethisches Mienenfeld provozieren und allen Beteiligten einen Balanceakt abverlangen.

Insgesamt sehen die Diskussionsteilnehmer der Branchen-Zukunft in Deutschland optimistisch entgegen. Die Entwicklung sei auf dem richtigen Weg, Problematiken wie Finanzierungslücken und Auslandsflucht der Wissenschaftler erkannt und der Wille zur Verbesserung des Standortes Deutschland vorhanden.


Ihre Referenten

  • Prof. Dr. Helmut Grubmüller

Prof. Dr. Grubmüller ist seit 2003 Direktor der Abteilung für theoretische und computergestützte Biophysik am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen und Honorarprofessor für Physik an der Universität Göttingen. Die Max-Planck-Gesellschaft ist mit ca. 13000 Mitarbeitern und einem Haushalt von ca. 1,1 Mill. Euro eine der größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland. Prof. Dr. Grubmüller ist Physiker und strebt ein grundlegendes Verständnis molekularer Lebensprozesse mit Hilfe von Computersimulationen an.

  • Dr. Claudia Gutjahr-Löser

Dr. Claudia Gutjahr-Löser ist Head of Corporate Communications der MorphoSys AG. In ihrer Position ist sie für die externe Unternehmenskommunikation und Investor Relations in Europa tätig. Vor ihrem Eintritt bei MorphoSys war Dr. Gutjahr-Löser bei der cassiopeia AG als Investor Relations Manager und Assistentin des Vorstandsvorsitzenden beschäftigt. Zuvor war sie bei der Deutschen Bank AG in verschiedenen Positionen tätig.

  • Dr. Guido Krupp

Dr. Guido Krupp ist Geschäftsführer der AmpTec GmbH, die er 2005 gemeinsam mit Dr. Peter Scheinert gründete. Dies ermöglichte die Fortführung der ExpressArt Technologie, die zuvor im Rahmen der artus GmbH entwickelt wurde. Die Firma artus wurde im Jahr 1998 von Dr. Krupp mit 5 Mitgesellschaftern gegründet. 2005 wurde die PCR-Diagnostiksparte von artus an die Qiagen AG verkauft.

  • Dr. Anette Schwenzer

Dr. Anette Schwenzer ist Pressereferentin der Promega GmbH, die im April 1997 in Mannheim als Tochter des US-amerikanischen Unternehmens gründet wurde. Promega ist eines der fünf großen weltweit tätigen Unternehmen im Bereich der Entwicklung von Life Science-Technologien. Promega engagiert sich seit Jahren mit Nachdruck für die breitere Vermittlung biologischen Wissens in der Gesellschaft und für eine bessere Information des Bürgers über die Bedeutung des biotechnologischen Fortschritts.

  • Dr. Dirk Seegert

Dr. Dirk Seegert ist seit 2002 alleiniger Geschäftsführer und gleichzeitig wissenschaftlicher Direktor der CONARIS Research Institute AG in Kiel. Das Unternehmen wurde 1999 aus dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK-SH) ausgegründet und arbeitet seitdem an der Entwicklung neuer biologischer Wirkstoffe für die Behandlung chronischer Entzündungserkrankungen. Dr. Seegert ist diplomierter Biochemiker und leitete vor seiner Zeit bei CONARIS immunologisch orientierte Arbeitsgruppen am UK-SH und im Fraunhofer Institut in Hannover. Seit Anfang des Jahres ist er außerdem als Vorstand des biotechnologischen Interessenvereins „Bay to Bio“ engagiert.

  • Dr. Dirk Ullmann

Dr. Dirk Ullmann ist als Senior Vice President of Discovery Biology bei der Evotec AG in Hamburg tätig. Bei Evotec arbeitet er seit mehr als 9 Jahren und begleitete die Unternehmensentwicklung von der frühen Technologie-Phase bis hin zu einem der Weltmarktführer pharmazeutischer Dienstleistungen. Vor seinem Beitritt zu Evotec arbeitete er an der Brandeis-University in Boston am Protein-Engineering von Proteasen. Dr. Ullmann studierte Chemie in Leipzig und promovierte auf dem Gebiet der Enzymologie neuartiger Proteasen.


Eine Zusammenfassung der Journalisten-Workshops "Trends der Biotechnologie" und "Bereich der Biotechnologie – Perspektiven für den Forschungsstandort Deutschland" vom 10. Mai 2006 bzw. 9.November 2006 finden Sie hier.


Mit regelmäßigen Journalisten-Workshops möchten wir als führendes Life-Science Unternehmen Pressevertreter über aktuelle Entwicklungen in der Biologie/Biotechnologie informieren. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme. Interessiert? Dann setzen Sie sich bitte mit Frau Dr. Anette Schwenzer oder Frau Jessica Amthor in Verbindung.

Promega GmbH
Schildkrötstr. 15
D-68199 Mannheim
Dr. Anette Schwenzer
Tel.: +49-621-8501-110
Fax: +49-621-8501-130
anette.schwenzer@promega.com
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Jessica Amthor
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Ihtml updated 03-Apr-2008