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Promega GmbH

 - der 20.000 € Jahrespreis


Preisverleihung 2006

im Nilpferdhaus, Zoo Berlin

 

Beurteilung der Siegerbeiträge durch die Jury

Das endgültige Urteil der Jury gründet sich sowohl auf die Bewertung der journalistischen Qualität der eingereichten Beiträge als auch auf einen Katalog von Kriterien für wissenschaftlich-fachliche Veröffentlichungen.

Die wichtigsten Bewertungskriterien im Überblick:
- Inhaltliche/optische Ansprache des Lesers
- Verständlichkeit der wissenschaftlichen Fakten
- Erlebbarkeit der Wissenschaft und ihrer Akteure
- Neuheitswert der wissenschaftlichen Erkenntnisse
- Gesellschaftliche Bedeutung, Anwendbarkeit der Ergebnisse
- Richtigkeit der Fakten und Exaktheit ihrer Darstellung
- Ergänzender Informationsgehalt im Umfeld des Artikels 

1. Platz "Expedition in die Mundhöhle", Mannheimer Morgen
Journalist: Helge Sieger, freier Journalist
Wissenschaftler: Prof. Dr. Bernhard Guggenheim, Institut für Orale Biologie, Universität Zürich

Hier wurde eine ganze Seite übersichtlich und fesselnd gestaltet, mit einer Neugier stiftenden Überschrift und eindrucksvollen mikroskopischen Aufnahmen. Die Person des Wissenschaftlers ist deutlich spürbar, nimmt er doch als „Steuermann“ der Expedition Journalist wie Leser auf eine spannende Reise in das Biotop der Mundhöhle und seiner mikroskopisch kleinen Bewohner mit. Durch eine brillante und wortreiche Sprache mit vielen bildhaften Vergleichen schafft es der Autor, die komplexen biochemischen Abläufe bei der Entstehung von Karies und Parodontose in einen Reisebericht zu verpacken, der sich bis zur letzten Zeile spannend liest. Die Faszination des Wissenschaftlers für sein Forschungsgebiet und die Elektronenmikroskopie springt dabei auf den Leser über. Zu loben ist darüber hinaus die Reaktion der Zeitung, die diesen Artikel auf der beliebten und viel beachteten Seite 3 platziert und damit einem wissenschaftlichen Thema hohen Stellenwert beimisst. Fazit: Der originelle Beitrag ist ein hervorragendes Beispiel für gelungenen Wissenschaftsjournalismus und das Zusammenspiel von Forscher und Autor.


2. Platz "Der stumme Regisseur“, Westfalen-Blatt
Journalist: Esther Steinmeier, Westfalen-Blatt
Wissenschaftler: Prof. Dr. Wolfgang Nellen, Abteilung Genetik, Universität Kassel

Mit markanter Dachüberschrift und origineller Darstellung verschiedener Zustandsformen von Genen durch Schauspieler entführen uns die Autoren in ein molekulares Theater, bei dem der Leser den Regisseuren bei der Arbeit zuschaut. Dabei wird der Zusammenhang zwischen dem Schaltmechanismus der Gene und der Entstehung von Krankheiten schnell klar. Das aktuelle, komplexe und wenig verstandene Forschungsgebiet der Epigenomik ist durch den sprachlichen Theaterbezug anschaulich und sehr informativ aufbereitet. Gut recherchierte Literaturquellen, ein Begriffslexikon und ein aussagekräftiges Interview mit einem beteiligten Wissenschaftler verleihen dem Artikel Authentizität und fachliche Güte. Der positive Gesamteindruck wird durch die gewählte Spaltenoptik abgerundet.


3. Platz „Bewegung im Mikrokosmos“, Leipziger Volkszeitung

Journalist: Mario Beck, Leipziger Volkszeitung
Wissenschaftler: Andreas Boldt, NeuroProgen GmbH Leipzig

Das Autorenduo hat ein alltagsbezogenes Thema der Molekular- und Zellbiologie verständlich und spannend aufbereitet. Die Ursachen der Parkinsonschen Erkrankung und der innovative Ansatz zu ihrer Therapie mit Hilfe von regenerativem Stammzellgewebe werden packend und wissenschaftlich exakt vermittelt. Besonders überzeugend und authentisch wird die Motivation des Wissenschaftlers für sein Forschungsgebiet dargestellt. Dabei wird deutlich, wie ernüchternd der von vielen Rückschlägen geprägte Alltag eines Wissenschaftlers aussehen kann.
 


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