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Journalisten-Workshop

Ihre Referenten

Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 – Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

Termin: 19. Mai 2011
Ort: TuTech Innovation Lounge, Hamburg-Harburg

Prof. Dr. Garabed Antranikian
Technische Mikrobiologie, TU Hamburg-Harburg

Garabed Antranikian

Stehen wir vor einer Biologisierung der Industrie? − Wege zu einer nachhaltigen Bioökonomie

  • Die Beiträge der industriellen Biotechnologie für die Etablierung einer nachhaltigen Bioökonomie
  • Die wichtigsten Aktivitäten auf dem Gebiet der Bioöko-nomie (z.B. BMBF Cluster Biokatalyse2021, Verein Industrielle Biotechnologie Nord e.V.)

Professor Garabed Antranikian studierte Biologie an der American University in Beirut. Anschließend promovierte und habilitierte er in Göttingen. Im Jahr 1989 wurde er als Professor für Mikrobiologie an die Technische Universität Hamburg-Harburg berufen und leitet dort das Institut für Technische Mikrobiologie. Schwerpunkte seiner Forschung sind extremophile Mikroorganismen und deren Enzymsysteme. Hauptfokus der Forschungsaktivitäten ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Biologen und Ingenieuren zur Etablierung von Prozessen für die umweltfreundliche Produktion von Feinchemikalien, Pharmawirkstoffen und Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen.

2004 wurde ihm der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt verliehen. Seit März 2006 ist er Mitglied der „Union der deutschen Akademien der technischen Wissenschaften“ (acatech). Seit 2010 ist er Vorstandsvorsitzender der IBN Industrielle Biotechnologie Nord e.V., Hamburg. Zum 1. April 2011 hat er das Amt des Präsidenten an der Technischen Universität Hamburg-Harburg übernommen.

Prof. Dr. Johannes F. Imhoff
Kieler Wirkstoff-Zentrum

Johannes Imhoff

Medikamente aus dem Meer

  • Die hohe Diversität von Meeresorganismen und die Vielfalt von Wirkstoffen: historischer Rückblick mit Beispielen
  • Die Produkte auf dem Markt und Kandidaten für klinische Studien
  • Die Bedeutung mariner Mikroorganismen (Pilze und Bakterien) in der Wirkstoffsuche
  • Das Kieler Wirkstoff-Zentrum KiWiZ

Prof. Johannes Friedrich Imhoff wurde 1992 auf die Professur für Marine Mikrobiologie am Institut für Meereskunde an der Universität Kiel berufen und leitet dort seit 1993 die Abteilung Marine Mikrobiologie. Schwerpunktthema war zunächst die Ökologie und Systematik phototropher Bakterien. Aus der klassischen Mikrobiologie und der Chemotaxonomie kommend, begann er in Kiel, molekulare Aspekte vergleichender Sequenzanalysen in die Systematik dieser Bakteriengruppe einzuführen und begründete die molekulare Systematik der anoxygenen phototrophen Bakterien, die er seit Jahrzehnten prägt. Er etablierte am Kieler Meeresforschungsinstitut die „molekulare Ökologie“ und bearbeitet derzeit die Analyse bakterieller Standortgemeinschaften mittels funktionaler Gene. Ein wichtiger Aspekt seiner Arbeiten ist die Mikrobiologie extremer Standorte, ein Schwerpunkt liegt hier in der Biologie heißer Tiefseequellen.

Seit einigen Jahren befasst sich Prof. Imhoff auch mit der Suche nach Wirkstoffen aus marinen Mikroorganismen und hat dabei auch mit der systematischen Analyse von Pilzen aus marinen Quellen begonnen. Er hat wesentliche Beiträge zur Etablierung der marinen Biotechnologie in der Deutschen Meeresforschung geleistet und an der Entwicklung erster mariner Wirkstoffkandidaten für die Krebstherapie mitgewirkt. Seit 2005 leitet er das neu gegründete „Zentrum für Marine Wirkstoffe“ in Kiel, das Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu diesem Thema im Norden Deutschlands bündelt.

Prof. Imhoff studierte in Bonn an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Chemie und Biologie. Dort promovierte er 1980 und habilitierte sich 1987 für das Fach Mikrobiologie.

Dr. Timm-H. Jessen
Bionamics GmbH, Kiel & Hamburg

Timm-H. Jessen

BioPharma: Neue Kooperations- und Finanzierungsstrukturen in der Zusammenarbeit zwischen Akademie und der Life Science Industrie

  • Deutschland – Apotheke der Welt?
  • High Tech Strategie der Bundesregierung
  • Kooperationen als Ansatz zur Auflösung biologischer Komplexität

Dr. Jessen ist geschäftsführender Gesellschafter der Bionamics GmbH, Kiel & Hamburg, deren Geschäftszweck die Identifikation, Veredlung und Verwertung hochwertiger Life Science Projekte umfasst. Bionamics hat NEU2 etabliert), um die Entwicklung innovativer Medikamente effizienter voranzutreiben. NEU² ist eines der drei Gewinnerkonsortien des vom BMBF geförderten Strategiewettbewerbs „BioPharma“ – mit dem Fokus auf Multipler Sklerose; Bionamics hat hier die Rolle des Konsortial- und Schnittstellenmanagements inne.

Von 1997 – 2004 hat Dr. Jessen als Forschungsvorstand der Evotec AG in Hamburg die großen Pharmakollaborationen (Novartis, GSK, Pfizer), den Börsengang und strategisch bedeutsame Akquisitionen der Gesellschaft begleitet (z.B. Oxford Assymmetry, UK). Davor (1991 – 1997) sammelte er Erfahrungen in der Pharmabranche durch seine Forschungs- und Managementaktivitäten in der Hoechst AG, heute Sanofi Aventis.

Dr. Jessen hat Chemie studiert und in Biochemie promoviert; seine akademische Ausbildung erhielt er in Kiel, München, Cambridge/UK und Boston. Er ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Prof Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt
Technische Universität Hamburg-Harburg

Kaltschmitt

Biomasse für Nahrung, Rohstoffe und Energie − Das Konzept der Bioraffinerie

  • Exkurs über die verfügbaren Biomassen und deren Charakteristik
  • Darstellung möglicher Bioraffineriekonzepte, Vor- und Nachteile
  • Mögliche Weiterentwicklung des Konzeptes vor dem Hintergrund der sich verändernden Biomassenverfügbarkeit

Prof. Dr. Martin Kaltschmitt ist ordentlicher Professor an der Technischen Universität Hamburg-Harburg und Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE). Das IUE befasst sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Umwelttechnik und der Umweltbewertung - und das bei Prozessen zur Bereitstellung fossiler und regenerativer Energieträger, bei industriellen und gewerblichen Produktionsprozessen und bei technikinduzierten Umweltprozessen.

Nach einer Ausbildung zum Bergbaubeflissenen und einem Studium der Tiefbohrtechnik, Erdöl- und Erdgasgewinnung an der Technischen Universität Clausthal übernahm Kaltschmitt nach weiteren Stationen von 2001 bis 2008 die Geschäftsführung des Instituts für Energetik und Umwelt (IE) gemeinnützige GmbH, Leipzig. Parallel arbeitete er von 2003 bis 2006 als Honorarprofessor für Regenerative Energien an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Seit 2006 ist er als Honorarprofessor und Institutsleiter an der Technischen Universität Hamburg-Harburg tätig. Von 2008 bis 2010 war er darüber hinaus wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen BiomasseForschungsZentrums (DBFZ) in Leipzig.

Neben zahlreichen weiteren Aktivitäten ist Kaltschmitt seit 2010 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Bioenergy 2020+ und Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.

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